Southwest Nationalpark
Text von Knut Kreitlein
Bevor ich zu meiner größten und schwersten Tour in Tasmanien
aufbrechen konnte, mußte ich mich ersteinmal über das Gebiet
informieren. Die ersten Siedler dieses Gebietes waren
sagten, daß es "Landsend" sei. Was soviel heißt, wie das Ende
der Welt. Irgendwie hatten sie da auch recht, da nach der Küste
im Süden von Tasmanien nur noch der Südpol kommt.
Mich führte mein erster Weg zum Rangerbüro. Der Ranger
klärte mich drüber auf, daß man auf jeden Fall in einer Gruppe
von mindestens drei Personen wandern sollte, um diese Wanderung
sicher zu bewältigen. Auch erzählte er mir viele Schauergeschichten,
die er teilweise selbst erlebt hatte. Trotz dieser
"Einschüchterungsversuche" kaufte ich mir eine Wanderkarte vom
South-West Nationalpark.
Aus der Karte ging hervor, daß die Wanderung zwischen 10 und 14
Tagen dauern würde. Dies ist abhängig vom Wetter und der Länge
der Tagesetappen, die man sich zumutet.
In der Karte stand auch viel über die landschaftlichen Gegebenheiten.
Hauptsächlich sollte es dort Moore, Hochmoore, Tiefmoore, trockene
Moore und vor allem feuchte Moore geben.
Außerdem sollte man im South-West Nationalpark eine Wanderung durch
die Erdgeschichte machen können.
Am Anfang sind die Berge und Gesteine noch relativ jung und am
Ende des Wanderweges kommt man an Fossilien aus der Urgeschichte
vorbei. Also alles in allem eine interessante Sache.
Mir machte hauptsächlich die Versorgung mit Lebensmitteln Sorgen.
Ich hatte nämlich keine Lust für 14 Tage Verpflegung mit
zuschleppen. Von meinem Bruder wußte ich glücklicherweise, daß
es in der Mitte des Wanderweges eine Rangerstation mit
Buschflugplatz gab. Dort konnte man sich Verpflegungspäckchen
von diversen kleineren Fluggesellschaften hinbringen lassen.
Ich rief ein paar Tage vor meiner Abreise bei einer dieser
Gesellschaften an (Par-Avion) und teilte ihnen mit, wann mein
Paket im Park hinterlegt werden sollte. Sie sagten es wäre
kein Problem. Also war ich zum Aufbruch bereit.
26.01.1996 - Donnerstag
1. Tag - Mein erster Wandertag durch den South-West Nationalpark.
Um 8:30 Uhr wurde ich von "Wilderness Network" an der Jugendherberge
in Hobart abgeholt. Der Busfahrer war ziemlich cool. Sein Name
war Tim, diesen Namen wollte ich mir merken. Auf der Fahrt in
den Park traf ich ein paar Deutsche, mit denen ich mich unterhielt.
Kurz vor dem Nationalpark hielt der Busfahrer nocheinmal an einem
kleinen Laden. Dieser Laden wurde von uns gestürmt und jeder
versorgte sich mit ausreichend Junkfood.
Um 12:30 Uhr Ankunft im Nationalpark. Ich packte meine Sachen
ziemlich schnell und brach auf. In das Wanderbuch, am Anfang
des McKays Track, trug ich mich zwar ein, aber irgendwie glaubte
ich nicht, daß das jemanden interessiert.
Der Wanderweg war am Anfang ganz passabel, ging jedoch später
in Matschlöcher über.
Der erste mögliche Zeltplatz, Junction, gefiel mir überhaupt
nicht. Er sah ziemlich benutzt aus. Das heißt, er machte den
Eindruck auf mich, als würde er stark frequentiert. Aus diesem
Grunde wanderte ich weiter.
Nach 5:50 Stunden erreichte ich den Zeltplatz am Crossing River.
Wie der Name schon sagt, muß man hier den Fluß durchqueren. Bei
viel Wasser würde ich mir hier Sorgen machen müssen, aber da es
schon seit Wochen relativ wenig geregnet hatte, stellte die
Durchquerung kein Problem dar.
Ich zeltete auf der Seite des Flusses auf der ich ohne
Flußdurchquerung am kommenden Tag trockenen Fußes meine Tour
fortsetzten konnte. Leider war mir niemand auf diesem Wanderweg
gefolgt und so war ich völlig alleine.
27.01.1995 - Freitag
2. Tag Ich bin ganze 9 Std. unterwegs - Schlammface
Nach 3:20 Stunden erreichte ich das Watersheed Camp. Das ist ein
sehr schlechter Zeltplatz. Zum Glück hatten mich andere Wanderer
schon vorher darauf hingewiesen.
Hier gibt es viele Mücken und Blutegel. Trotz dieser Widrigkeiten
legte ich hier meine Frühstückspause ein.
Auf dem Weg bis zum Spring River mußte ich durch ziemlich viele
Schlammlöcher. Bei Regen ist das bestimmt grausam. Außerdem mußte
ich mich oft durch enges Gestrüpp zwängen. Unterwegs traf ich zwei
Franzosen. Ich unterhielt mich ein wenig mit ihnen.
Etwas später passierte es dann. Für Außenstehende natürlich
unheimlich lustig, ich fiel der Länge nach in den Schlamm. Wenn aber
ein 25 bis 30 Kg Rucksack auf einem liegt, hört aber Spaß auf.
Trotz dieses Mißgeschickes mußte ich lachen.
Später folgte der Weg den Windungen des Spring Rivers.
Zu allem Elend verlief der Weg oberhalb der Baumgrenze. Dadurch
war ich ohne Unterlaß der brennenden Sonne ausgesetzt.
Bevor ich den Zeltplatz für diesen Abend erreichte, mußte
eine Flußüberquerung der besonderen Art hinter mich bringen.
Ich mußte ihn, auf einem Baumstamm balancierend, überqueren.
Der eigentliche Zeltplatz lag etwas ungünstig am Fluß, denn
es machte den Eindruck, als würde dieses Gebiet bei Hochwasser
regelmäßig überschwemmt. Dies erkannte ich gut an den
Ausschwemmungen am Flußufer.
Um kein Risiko einzugehen, im Schlaf von einer Überschwemmung überrascht
zu werden, hatte ich mir eine Lagerstätte ausgesucht, die
nicht so doll war wie die zuvor.
28.01.1995 - Samstag
3. Tag Ca. 3:30 bis 4 Stunden gewandert - Der Rudermarathon
Heute um 6:00 Uhr aufgestanden. Um 7:45 lief ich los. Heute
ging es stetig auf und ab. Das kann einen schon ganz schön
nerven. Auch heute hatte ich relativ wenig Schutz vor der Sonne
und das schlauchte mich ganz schön.
Der Zeltplatz auf der Nordseite der "Bathurst Harbour" Bucht war nicht schlecht.
Vor allem weil es dort ein wenig Trinkwasser gab - vorausgesetzt,
man fand es. Aber es gab auch viele Muscheln und wer des Kochens
mächtig ist und ein wenig wagemutig ist, kann dort zu einem
wahren Festmahl kommen.
Ich war trotz dieser Verlockungen froh, als ich auf der anderen
Seite der Bucht war. Doch zuvor mußte ich auf der Nordseite
das Ruderboot zu Wasser bringen. Dann zur anderen Seite rudern
- gegen den Wind. Dort angelangt, mußte ich wieder ein Boot ins
Wasser ziehen. Dann ging es mit den beiden Booten zurück - das
war relativ einfach.
Das ursprüngliche Boot mußte nun wieder an seinen Platz gebracht
werden - eine echte Plackerei. Danach konnte ich endgültig mit
dem zweiten Boot zurückrudern - wieder gegen den Wind.
Ich war echt froh, als ich diese Plackerei hinter mir hatte.
An diesem Tag verstand ich, warum der Ranger meinte, man sollte
mit mindestens drei Leuten wandern.
29.01.1995 - Sonntag
4. Tag "Tag der Entscheidung" oder morgen - ihr versteht nachher warum.
Ich stand gegen 6:00 Uhr auf. Anfangs ging der Weg zuerst ein wenig
auf und ab. Man hatte einen herrlichen Ausblick auf den Weg vom
Vortag vor allem auf die Bootsstrecke. Später ging es dann nur noch durch
Moore. Hier mußte man schon Matschfan sein. Mir kam ein Deutscher
entgegen der sich schon seit Wochen hier mitten durch den Busch schlug.
So sah er aber auch aus. Mit ihm unterhielt ich mich ein wenig.
Nach 3:20 Stunden kam ich in Melaleuca an.
Mein Foodparcel, das ich vor meiner Reise aufgegeben hatte war leider
noch nicht angekommen. Ich tröstete mich, denn das Wetter sollte
zur Zeit für Flugzeuge nicht all zu gut sein. Ich mußte mich aber
entscheiden, ob ich weiter wandere oder mit den Buschpiloten rausfliege.
An diesem Abend sollten nocheinmal ein paar Flieger kommen,
vielleicht ist dann ja mein Freßpacket dabei.
Leider war auch bei diesen Fliegern, obwohl sie von Par Avion waren,
mein Paket nicht dabei. Ich rang mich dazu durch mit einer
Gewalttour den South Coast Track zu schaffen. Mein Essen müßte
gerade so reichen. Allerdings dürfte nichts schiefgehen.
Am folgenden Tag wollte ich bis zu Louisa River vorstoßen.
Dann könnte ich am darauffolgenden Tag den härtesten und
gefährlichsten Abschnitt der Tour hinter mich bringen. Die
Überquerung des sogenannten "Ironbound Range". Hoffentlich werde ich
gutes Wetter haben.
Den Rest des Tages hatte ich mit der beißenden Sonne zu kämpfen.
Zwischendurch regnete es punktuell auf die Hütte, doch schon
2 Meter von der Hütte weg, regnete es nicht mehr.
Aus dem Hüttenbuch und vom Ranger erfuhr ich, daß eine 12'er
Gruppe vor mir war. Die werde ich wohl überholen müssen.
Gegen Abend hatte ich mich im nahen Fluß ein wenig gewaschen.
Eigentlich wäre soetwas nicht berichtenswert, da man ja davon
ausgehen sollte, daß der Junge sich jeden Tag ein wenig wäscht.
Aber beim Waschen im Fluß kam ein Wombat ganz nahe an den Fluß
und schaute sich um. Seine Höhle war auch gleich in der Nähe.
Trotz meiner angespannten Verpflegungslage, habe ich heute
nocheinmal ordentlich beim Essen zugeschlagen.
30.01.1995 - Montag
5. Tag
Am Morgen ist keine einzige Wolke zu sehen. Der Sonnenaufgang
war wirklich fix. Nach 2 Stunden war ich an der Cox Bight. Der Weg
war, aus meiner Sicht, wie eine Schnellstraße ausgebaut.
Schließlich mußte ich mir meinen Weg ebenso wie in den letzten
Tagen durch Schlammlöcher bahnen.
Das Wetter begann sich nach 2 Stunden deutlich zu verschlechtern -
es fing an zu nieseln. In der Cox Bright ging es ersteinmal
lange am Strand entlang.
Nach 3 Stunden war ich am Ende des Strandes. Von dort ging es über
Bohlen zum ersten Hügel (Berg). Es ging die Red Point Hills
geradewegs 200 m hoch. Und wenn ich gerade sage, dann meine
ich auch gerade. Nach 4 Stunden holte ich am Berg die ersten der
12'er Gruppe ein. Auf dem Paß warteten die anderen der
Gruppe.
Hier hätte man eine tolle Aussicht, wenn es nicht regnen würde.
Aber so hat die Umgebung auch ihren Reiz.
Nun ging es langgezogen der Berg hinab. Hin und wieder ging es
durch Matsch. Heute machte ich immer im richtigen Moment Pause.
Es gab immer gutes Wasser und ich war windgeschützt. Zum Schluß
ging es über eine Ebene, die ein Moor ist, Richtung Lousia River.
Hier herrschte starker Seitenwind. Nach 7 Stunden kam ich am
Lousia River an. Ich durchquerte ihn. Er war ziemlich seicht.
Der Fluß kann aber bestimmt auch sehr reißend werden.
Ich schlug sofort mein Zelt auf und kaum hatte ich das erledigt,
fing es wieder stark an zu regnen.
Später als der Regen ein wenig nachließ, ging ich nach draußen
und machte mir mein spärliches Abendessen. Während ich meine
Sachen sauber machte, kam die 12'er Gruppe an den Fluß. Während
ich mir meine Schuhe auf der einen Seite des Flußes ausgezogen
und sie auf meinem Rucksack rübertransportiert hatte
damit sie nicht naß wurden, sind die Australier einfach so
durch den Fluß gewatet. Sie waren zwar in den heftigen Regen
gekommen, aber ich fand das trotzdem ein wenig grob.
31.01.1995 - Dienstag
6. Tag Der Tag heute bekommt den Titel "Der Berg ruft".
Es hat zwar die ganze Nacht durchgeregnet. Ich werde aber trotzdem
aufbrechen.
Wie ihr euch erinnert, habe ich kaum Nahrungsmittel. Also werde ich mein
Zelt wohl naß einpacken müssen. Während des Packens meiner Sachen
regnete es glücklicherweise nicht. Heute ging es 1000 Meter
hoch und dann wieder 1000 Meter runter. Den ersten Bergrücken hoch
regnet es wieder, aber es sah irgendwie gut aus. Vom Berg aus
atte ich eine tolle Aussicht.
Nach ca. 2 Stunden war ich auf dem Berg. Hier war es bitterkalt.
Ich hatte nur kurze, dünne Sachen an und keine Lust mich umzuziehen.
Ich ging sofort den Berg hinab. Zuerst war der Weg ein perfekt
ausgebauter Highway. Es ging richtig schön über einen neuen
Holzbohlenweg. Danach wurde der Weg im Wald zu einem Wasser-
und Schlammfluß. Ich konnte mich teilweise nur in die Schlammlöcher
hinablassen. Ich hatte am Morgen zum ersten Mal meine Gore-Tex-Socken
angezogen und stellte jetzt fest, daß ich trotz allem trockene Füße
behielt. Es zieht sich ziemlich lange bergab durch diesen doofen
Wald. Irgendwie weiß man nicht wo man ist. Nach 4:30 Stunden komme ich
am Deadmanns Bay an. Ich lasse meine Sachen dort und gehe noch zum
nächsten Strand. Hier kamen die Wellen richtig groß und laut
brechend an den Strand.
Von meinem Zelt hatte ich einen tollen Ausblick auf die Deadmanns Bay.
Ich hing alle meine Sachen zum Trocknen in den stetig wehenden Wind.
Dadurch hatte ich die Hoffnung, am Morgen mit trockenen Sachen
aufbrechen zu können.
01.02.1995 - Mittwoch
7.Tag
Heute bin ich um 5:00 Uhr aufgewacht. Gegen 5:20 wurden die Vögel
unruhig. Ich frühstücke kräftig und mache mich dann an den Aufbruch.
Den ersten Teil der Wanderung kannte ich ja schon. Nach dem ersten
Strand ging es schön durch den Wald. Im Wald traf ich jemanden, der mir
erzählte, daß man die Prion Beach nicht mit den Booten verlassen muß,
sondern daß man sie am Schluß des Strandes die New River Lagoon durchwaten kann.
Nach dem Wald ging es hinab an den 8 Miles Beach. Den Strand so entlang
zu wandern war irgendwie ziemlich hart. Im Sand hat man keinen Druck
unter den Füßen.
An der Fuhrt an welcher man die New River Lagoon durchwaten kann, traf ich
glücklicherweise auf andere, die mir von einer gegenüberliegenden
Düne den Weg durch die Fuhrt wiesen.
Danach ging es etwas bergauf und bergab. Ich fragte mich gerade wie
weit es noch ist, als ich an der Surprise Beach ankam.
Ich konnte sehen, daß man hier nur bei Ebbe rüberkommt. Da gerade Ebbe
war ergriff ich meine Chance. Während der Flut bekommt man hier auf
jeden Fall nasse Füße, oder vielleicht noch mehr. Auf der gegenüberliegenden
Seite des Strandes machte ich eine Brotzeit. Dann ging ich weiter
und es folgte ein wirklich steiler Pfad einen Berg hinauf,
den ich fast auf allen Vieren hinter mich bringen muß. Oben war
es aber wieder ein ganz schöner Weg. Nach 30 bis 45 Minuten erreichte
ich den Granit Beach.
Ihn wollte ich auch nicht bei Flut überqueren müssen. Denn von Stein
zu Stein zu wandern und dabei das Gleichgewicht zu halten, ist nicht
einfach. Am Ende des Granit Beach ging es in einer kleinen Kletterpassage
den Berg hoch. Dort gab es einen kleinen Wasserfall. Am Zeltplatz, oberhalb
der Klippe, gab es aber leider viele von diesen Mücken, die einen
wie Pferdebremsen beißen.
02.02.1995 - Donnerstag
8. Tag Zuerst ging es steil den Berg rauf. Aber der Weg war ganz gut.
Auf dem Gipfel wehte mir ein strammer Wind entgegen. Dann mußte ich
den gefürchteten South Cape Range überqueren. Das war die letzte
harte Prüfung. Es ging durch Regenwald. Dort gab es nur noch Matsch.
Dieser Matsch reichte meist bis zu der Oberkante
meiner Gamaschen. Aber zum Glück lief nichts rein. Es gab jedoch auch
keine Möglichkeit dem Matsch auszuweichen. Dazu ging es noch andauernd
rauf und runter. Zum Glück hatte ich mir das Höhenprofil ziemlich
gut eingeprägt und wußte so ungefähr, wo ich war. Nach einer kleinen
Buttongraß-Ebene ging es wieder rauf. Ich konnte ein Cliff hinuntersehen.
Danach ging es leicht bergab hinab zum Strand.
Am Strand mußte ich den South Cape River durchqueren. Ich schlug mein
Zelt auf und trocknete meine Sachen. Es schien zwar die Sonne, der
Himmel sah aber nicht gut aus. Trotz allem war ich guter Laune, da
ich jetzt wirklich die harten Abschnitte hinter mir hatte. Heute machte
ich viele Fotos am Strand.
Später fing es wieder stark zu regnen an. Glücklicherweise hörte es
irgendwann wieder auf.
03.02.1995 Freitag
9. Tag - Ungemütliche Nacht gehabt
Um 0:07 Uhr wachte ich auf und konnte
kaum wieder einschlafen. Ob das von der fehlenden Nahrung kam?
Ich ließ mir Zeit mit dem Frühstück und Packen.
Erst gegen 9:00 Uhr brach ich auf. Nach ca. 1 Stunden fing es wieder
an zu regnen. Aber der Weg war ziemlich einfach. Nachdem ich den
letzten Strand hinter mir hatte, war der Weg eine reine Kilometerbolzerei.
Nach 2:30 Stunden war ich in Crokle Creek. Ich machte mir einen Kaffee mit
meinem letzten Kaffeepulver. In den Kaffee kam mein letzter Zucker.
Dazu aß ich meine letzte Brotkrume.
Nach etwas Warten kam der Bus von "Wilderness Network". Ich konnte es kaum
glauben , der Fahrer war Tim, der mich an den Anfang des Treck gebracht hatte.
Er war auch überrascht mich hier schon zu sehen. Eigentlich wurde
ich erst in 5 Tagen erwartet. Ich erzählte ihm meine Geschichte mit dem
nicht angekommenen Freßpacket. Er erklärt sich spontan, bereit auf dem
Rückweg nach Hobart an einem Take Away zu halten, damit ich was zwischen
die Zähne bekomme.
Schon um 16:00 Uhr waren wir in Hobart. Tim brachte mich noch zur
Jugendherberge und ich dankte ihm dafür.
In der Jugendherberge konnte ich leider auch nicht genau herausfinden,
warum mein Packet nicht befördert wurde. Auf jeden Fall hatte die
Herbergsmutter Par Avion zusammengeschissen, weil sie mein Packet
nicht rechtzeitig gebracht hatten.
Alles in allem gesehen, wäre ich gerne länger auf dem South Coast
Track gewesen. Es ist zwar gut zu wissen, daß man den Track auch in einer
kürzeren Zeit schaffen kann. Aber eigentlich sollte es ja Urlaub
sein.
Nach dieser Tour konnte ich den Rest meines Urlaubs kaum noch richtig
laufen, da ich mir solche Blasen und offene Wunden geholt hatte, daß ich
nur noch unter Schmerzen meine Füße in die Schuhe stecken konnte.