Freycinet Nationalpark


Ausgangspunkt für meinen Ausflug in diesen Nationalpark bildete Bicheno.
Ich hatte schon viel von schönen Stränden, den Bergen aus rotem Granit und dem kristallklaren Wasser gehört, doch als ich mit dem Postbus in dieser Region ankam, wußte ich nicht, wo ich zu erst hinsehen sollte.

In Coles Bay einem kleinen Ort am Eingang zum Nationalpark, machten wir kurz Rast, um im örtlichen Lebensmittelgeschäft, welches gleichzeitig Tankstelle und Post war, noch Fehlendes nachzukaufen. Durch meinen, nur einen Abend dauernden Aufenthalt in Bicheno, waren es für mich die gesamten Vorräte für meinen Aufenthalt im Park.
Vom Lebensmittelgeschäft ging es zur Rangerstation, bei der ein paar allgemeine Informationen eingeholt werden mußten.

Bei blauem Himmel erreichten wir schließlich mit dem Postbus den Startpunkt aller Ausflüge in den Nationalpark. Hier trug ich mich schnell in das Wanderbuch ein und reorganisierte meinen Rucksack. So kam es, daß ich der letzte war, der schließlich aufbrach. Es störte mich nicht, denn so hatte ich meine Ruhe.

Ich hatte mir als erstes Ziel die so genannte Wineglass Bay ausgesucht. Dies ist eine Bucht mit einem traumhaft schönen Strand und einem blauen Wasser, was seines gleichen sucht. Den einzige "Nachteil" stellte ein kleiner Paß dar, den es zu überqueren galt, um zu diesem Strand zu gelangen.

Von der Paßhöhe konnte man noch etwas höher bis zu einem Aussichtspunkt klettern, was ich natürlich tat, denn ich wollte mir die herrliche Aussicht auf diesen Traum nicht entgehen lassen.

Der Weg hinunter zur Bucht zog sich durch eine schönen kühlen Wald. Um zum Zeltplatz zu gelangen, mußte nun der Strand in seiner gesamten Länge überquert werden.
Schließlich erreichte ich den Zeltplatz, der gut geschützt unter Bäumen direkt am Strand lag. Hier wollte ich mich für die nächsten zwei Tage einnisten, bevor ich über den Inlandswanderweg zum Ende des Parks laufen wollte.

Schnell war mein Zelt aufgebaut und schon ging ich den Strand begutachten. Ferner mußte ich herausfinden, wo es das nötige Trinkwasser gab.
Bald stellte sich heraus, daß es zur Zeit kein Wasser im Nationalpark gab. Es waren alle Quellen versiegt.

Viele Möglichkeiten blieben mir nun nicht. Ich packte meinen Tagesrucksack, meinen Wassersack und marschierte wieder aus dem Nationalpark hinaus, um mich in Coles Bay mit Wasser zu versorgen.
Auf dem Parkplatz außerhalb des Parks angelangt, suchte ich sogleich eine Mitfahrgelegenheit nach Coles Bay, denn drei Kilometer über die Verbindungsstraße wolle ich nicht laufen. Zum Glück fand sich ein Zeitgenosse der sich mir erbarmte. Ich wurde auch direkt beim Lebensmittelgeschäft abgesetzt. Dort durfte ich mich, nach Anfrage bei den Besitzern, mit Wasser aus der großen Regenwassertonne versorgen.

Mit 10 Litern im Gepäck ging es nun zurück zum Park. Auch diesmal war mir das Glück hold, denn der Postbus kam an mir vorüber, um Tagesausflügler vom Nationalpark abzuholen. Den restlichen Abend verbrachte ich am Strand oder, wenn es mir zu heiß wurde, im Zelt. Am Abend lernte ich andere Camper kennen und so wurde nett geplaudert.

Den folgenden Tag verbrachte ich mit Schwimmen und Faulenzen, was bei den extrem hohen Temperaturen (ca. 40° C) kein Problem darstellte.

Da mir das Faulenzen nicht im Blute liegt war ich froh, am kommenden Tag endlich in den Süden der Halbinsel wandern zu können.

Um der Hitze zu entkommen, stand ich gegen 5 Uhr in der Frühe auf und war schon eine halbe Stunde später unterwegs. Ich hatte mich dazu entschlossen den Inlandswanderweg zu verwenden, der mich über die Berge im Zentrum der Halbinsel führen sollte.
Anfangs ging es durch eine waldige Umgebung, doch nachdem ich ein Hochplateau erreicht hatte wurde mir ein nicht zu überbietender Blick auf die Küste und die Halbinsel geboten.
Auf meinem Weg befand sich auch die höchste Erhebung der Halbinsel, die ich besteigen wollte, doch irgendwie verpennte ich die Abzweigung und eh ich mich versah, stand ich wieder inmitten von Wald in einem der Täler.
Hier entdeckte ich einen kleinen Bach, über dessen kühles Naß ich mich mit Gier hermachte, denn das Wasser aus meinem Wassersack war mittlerweile fast völlig aufgebraucht, außerdem war es völlig warm.

Schließlich erreichte ich mein Ziel, eine Hütte im Süden der Halbinsel. Hier gab es genügend Stellplätze für mein Zelt und so konnte ich mich gemütlich einrichten.
Die einzige Wasserversorgung deckte hier der Regenwassertank der Hütte. So hatte ich zumindest genügend Wasser für mich.

Am folgenden Tag verließ ich den Park wieder, was auch kein Drama darstellte, denn es begann zu regnen.
Ich verwendete für meinen Rückweg eine andere Route aus dem Park hinaus und so lernte ich noch andere schöne Plätze kennen.

Auf dem Parkplatz angelangt, ging es direkt nach Coles Bay. Leider hatte ich dieses Mal kein Glück, mitgenommen zu werden, dafür paßte ich den Postbus genau pünktlich am Lebensmittelgeschäft ab. Nun ging es wieder zurück nach Bicheno.


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