Bereitet man sich auf einen Aufenthalt in Tasmanien
vor, so stolpert man überall auf Hinweise auf diesen
Nationalpark. Er wird als ein Muß für jeden Tasmanien-Besucher
gepriesen. Auch an Hinweisen, daß dieses
Gebiet von einem Wanderweg namens "Overland Track"
durchzogen wird, fehlt es nicht.
Am folgenden Morgen kämpfte ich mich durch eine Heerschar von
Moskitos aus meinem Zelt. Auch beim Packen des Rucksackes
hatte ich viel damit zu tun, diese kleine Quälgeister zu
verscheuchen. Selbst wenn ich vier, sechs oder gar acht
Arme gehabt hätte, hätte ich den kürzeren gezogen.
Trotzdem war mein Rucksack nach knapp einer halben Stunde
gepackt und ich begann meine Tour.
Das Tal hatte sich seit dem Brand wieder gut erholt, auch wenn
es an den Berghängen noch viele abgestorbene Baumflächen gab.
Der Weg zog sich kontinuierlich das Tal aufwärts und schlängelte
sich durch weite Ebenen von Button-Gras.
Ich genoß die Aussichten auf die umliegenden Berge und die
absolute Ruhe. Hier zahlte es sich auch schon aus, daß ich mich
für diese Wegvariante entschieden hatte, denn hier begegnete
mir kein anderer Wanderer, was wohl bei allen anderen Wegen anders
gewesen wäre.
Ich wollte es heute etwas ruhiger angehen lassen und brach etwa gegen
8 Uhr zu meiner Etappe ins Pine Valley auf. Der Besuch des "Pine Valleys"
stellte einen Abstecher vom eigentlichen "Overland Track" dar, doch
wollte ich die Region in aller Ruhe und Ausführlichkeit kennenlernen.
Der Wanderweg zog sich heute durch einen Wald und so wurden mir nicht
so viele grandiose Aussichten geboten wie am Vortag.
So erfuhr ich, daß die Markierungen hinauf auf die Acropolis, einen 1.471 Meter
hohen Berg, etwas tückisch sein sollten. So entschloß ich mich lieber einen
Tagesausflug zu einer anderen Sehenswürdigkeit, dem so genannten
Labyrinth, durchzuführen. Beim Labyrinth handelt es sich um ein Hochplateau
mit vielen kleinen und größeren Seen, Felsen und leichtem Baumbewuchs.
Auf meinem Weg zur Windy Ridge ließ ich mir viel Zeit. Das ergab sich
auch schon durch meinen gewaltig wirkenden Rucksack, auf den mich diverse
andere Wanderer ansprachen. Von einem erfuhr ich schließlich, daß
ein Amerikaner mir entgegenkommen sollte, dessen Rucksack noch mehr
wiegen solle als meiner. Auf ein Zusammentreffen mit ihm war ich
sehr gespannt.
Da hier der Fluß durch die Felswände verengt wurde, schoß das Wasser
mit mehr Wucht über die Kante in die Tiefe. Es gefiel mir so gut,
daß ich diesen Ort zu einer ausgiebigen Rast nutzte.
Bei der Hütte angelangt, hatte der Regen nachgelassen und nach dem
ich sie begutachtet hatte, entschied ich mich für die eine Übernachtung
im Zelt.
Mt. Oakleigh liegt wie ein Tafelberg inmitten dieser Landschaft und
so mußte ich zu Beginn über eine Ebene bis zu seinem Fuß wandern.
Diese Ebene war jedoch sehr tückisch, denn durch den vielen Regen
war sie sehr naß und kleinere und größere Wassergräben waren durch
die reiche Vegetation nicht zu sehen. Nur knapp entging ich diesen
Gräben, in denen es viel Wasser zu schlucken gegeben hätte. Schließlich
war die Umgebung nicht mehr nur naß, sondern der Untergrund wurde
extrem schlammig. Es war so manches Mal ein wahrer Kraftakt, sich
durch den Schlamm zu arbeiten.
| Aussicht vom Mt. Oakleight auf den Mt. Ossa & Pelion East |
| Aussicht vom Mt. Oakleigh |
In Regen und Nebel lief ich am folgenden Tag nur die acht Kilometer
bis zur Waterfall Valley Hütte. Sie erreichte ich sehr früh, was auch
gut war, denn sie hatte nur acht Schlafflächen. Heute gibt es dort
eine neue geräumige Hütte.
Ich überlegte schon, ob ich eine weitere Nacht in dieser Hütte
verweilen sollte, um den Cradle Mountan zu erklimmen oder andere
Schönheiten aufzusuchen, doch das Wetter wollte sich anscheinend
nicht bessern.
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