Bicheno
Bicheno, im 18. Jahrhundert ein Stützpunkt für
Walfänger und Robbenjäger, sollte für mich nur
Ausgangspunkt für eine Wanderung im
Freycinet Nationalpark
sein. Viel wußte ich nicht über dem
Ort, doch im Rahmen meiner Wandervorbereitungen
konnte ich dieses kleine Städtchen besser kennenlernen.
Ich hatte mich in der Jugendherberge einquartiert.
Sie lag etwas außerhalb des Ortes, doch über einen
herrlich Küstenwanderweg konnte man in 20 Minuten
das Zentrum erreichen.
Auf diesem Weg kam man am Hafen vorüber, der
den Fischerbooten guten Schutz gegen die rauhe See
bietet. Heute sieht man im Hafen viele bunte
Fischerboote dümpeln, denn der Fischfang ist einer
der Haupteinnahmequellen des Ortes.
Sollte der Besucher in den Genuß von frischen Austern
kommen wollen, so braucht er nur zum Hafen gehen, wenn
die Fischer vom Fang zurückkehren.
Zwei weitere Attraktionen des Ortes sind ein gewaltiger
Felsbrocken auf einem Hügel, von dem einem ein wunderschöner
Blick über den Ort und die Küste gewährt wird
und ein so genanntes "Blow Hole", wo es grandiose
Fontänen zu bestaunen gibt, wenn die See durch ein
Loch in einem Felsen in die Höhe gepreßt wird.
Den Besuchern der Jugendherberge werden besondere
Attraktionen zuteil. So besuchen jeden Abend Pinguine
die Küste im Gebiet der Herberge, die von den
Herbergsgästen immer mit Spannung erwartet werden.
Mir persönlich gefiel eine kleine Insel, die nur etwa
100 Meter von der Küste entfernt zu Füßen der Herberge
lag, am Besten. Sie war bei normalen Wasserstand
unerreichbar. Doch bei Niedrigwasser konnte sie über
eine schmale Landbrücke erreicht werden. Solch ein
Besuch hatte für mich schon etwas abenteuerliches.
Neben all diesen Naturschönheiten konnte ich mit den
Einwohnern dieses Ortes nur gute Erfahrungen sammeln.
So half man mir wo man nur konnte und in einem "Take Away"
erwarb ich für 5 DM einen "Home made Hamburger", der so
gewaltig groß war, daß ich ihn in seine Bestandteile
zerlegen mußte, um ihm Herr zu werden.
Nun mag man vermuten, daß ich als Deutscher eher die
spärlichen Portionen in meiner Heimat gewöhnt war, doch
auch andere Reisende der verschiedensten Nationalitäten
waren über diese gewaltigen Hamburger erstaunt.