Geschichte der tasmanischen Aborigines


Seit die ersten Europäer australisches Land betraten, begann eine Entwicklung im Umgang mit den Ureinwohnern, auf die heute kein Australier mehr stolz ist. In Tasmanien wurde jedoch der schwärzeste Teil dieser Geschichte geschrieben.

Auch wenn Tasmanien heute eine Insel ist, gab es in der Frühzeit eine Landbrücke zwischen dem australischen Festland und dieser Insel. Zu dieser Zeit begann auch die Besiedelung durch Aborigines.
Nachdem die Landbrücke im Meer versunken war, begann eine eigenständige Entwicklung der tasmanischen Ureinwohner. Diese Entwicklung war auf die besonderen klimatischen und landschaftlichen Gegebenheiten Tasmaniens zurückzuführen.

Durch die Kälte waren sie darauf angewiesen, fest Unterkünfte zu errichten. Hauptsächlich lebten sie von der Jagd und Fischfang. Alle ihre Güter teilten sie oder tauschten sie gegen andere Dinge. Dieser Lebensstil und gewisse Eigenheiten im Umgang der Aborigines untereinander, wurde von den Kolonisten nicht verstanden, weil sich bei ihnen alles nur um Komerz und Bereicherung drehte.

In traditioneller Manier begannen die Europäer das fruchtbare Land, welches sie in Tasmanien vorfanden, aufzuteilen und einzuzäunen. Ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, daß diese Gebiete zu den traditionellen Jagdrevieren der Ureinwohner gehörte. Auf diese Weise wurde den Aborigines nach und nach ihre Lebensgrundlage entzogen.

Der Landverlust und die immer schwieriger werdende Lebensmittelversorgung, veranlaßte die Aborigines dazu um das zu kämpfen, was von Rechtswegen ihnen gehörte.

Im Jahre 1806 begannen die Kämpfe zwischen beiden Seiten zu eskalieren. Die Ureinwohner erlegten Schafherden und plünderten die Lager der Van Demens Landkampeny. Im Gegenzug entführten die Europäer die Kinder der Aborigines, um sie zur Fronarbeit zu zwingen. Frauen wurden gefoltert und vergewaltigt. Oder es wurde Mehl im Busch deponiert, um ein angebliches Zeichen guten Willens zu zeigen, doch war dieses Mehl vergiftet.

In diesen Jahren kam es neben diesen ohnehin brutalen Kämpfen und Racheakten zu weiteren, bis heute schmerzlichen Vorkommnissen.
So trieben Aborigines im Nordwesten Tasmaniens eine Herde Schafe über eine Klippe. Im Gegenzug, wurden Aborigines zusammengetrieben und ebenfalls über diese Klippe in den Tod getrieben. Wieviel Ureinwohner hier den Tod fanden, weiß niemand genau.

Bis 1830 waren die Aborigines fast vollständig ausgerottet. Die wenigen, die sich vor Zugriffen in Sicherheit bringen konnten, wurden in dieser Zeit erbarmungslos aufgespürt und nach Flinders Island deportiert.
Dort sollten sie zivilisiert und christianisiert werden. Während dieser Zeit durften sie zwar leben, jedoch keiner Tätigkeit nachgehen.
Diese Trennung von ihrer angestammten Heimat, die Isolation und das schlechte Essen und Trinken führte dazu, daß sie nach und nach starben. Schließlich überlebten lediglich 47 diese Zeit.

Heute scheint es fast unfaßbar, daß in 35 Jahren Kolonialherrschaft 183 Europäer und fast 4000 Aborigines getötet wurden.



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